Wo Menschen zusammenarbeiten, treffen unterschiedliche Wahrnehmungen, Werte und Vorstellungen aufeinander. Da sind Meinungsverschiedenheiten und manchmal sogar heftige Diskussionen nicht selten. Aber auch handfestere Auseinandersetzungen oder Konflikte gehören zum Alltag. Konflikte sind normal und menschlich. Nicht die Konflikte als solche sind negativ, sondern vielmehr die Art und Weise, wie Menschen damit umgehen. Oft werden Konflikte
ignoriert oder nicht angesprochen. Häufig wird verdrängt, dass man ebenfalls Teil des Problems ist.
Denn sich selbst zu hinterfragen und allfällige eigene Handlungsfehler einzugestehen, die man bewusst aufarbeiten muss, kostet grosse Überwindung. Die Verleugnung und damit die Vermeidung von Konflikten kann in einigen Fällen funktionieren und durchaus eine langfristige Zusammenarbeit ermöglichen. Ein nicht angesprochener Konflikt gleicht jedoch einer tickenden Zeitbombe, bei der man nicht weiss, wann sie explodiert.
Ein kleiner Funken genügt und der unterdrückte Ärger, die aufgestaute Unzufriedenheit werden freigesetzt. Erst dann gerät die Angelegenheit unerwartet ausser Kontrolle. Ein solcher Ausbruch steht in keinem Verhältnis zum auslösenden Reiz, weswegen Aussenstehende das Ausmass der Reaktion häufig nicht nachvollziehen können.
(Quelle: Einige Textteile stammen aus der Arbeitshilfe 70.004.d / SAP 862674381 / ISBN 978-3-906211-54-0)